Rezept-Frei

Multivitamin-Präparate ohne Wirkung

Allein der Begriff „Vitamine“ übt auf das Kaufverhalten von Verbrauchern eine starke Wirkung aus. Sind in bestimmten Nahrungsmitteln Vitamine angereichert, sind viele Menschen bereit, einen höheren Preis zu zahlen. Noch besser scheinen Multivitamin-Präparate zu sein. Auch hier spielt der Preis keine große Rolle, denn die Gesundheit ist vielen die Ausgabe wert! Mit Vitaminen kann man also viel Geld verdienen. Doch wie sieht die wissenschaftliche Evidenz aus?
Vor wenigen Tagen ist eine der größten Studien dazu veröffentlicht worden, bei der über 21.000 Teilnehmer zufällig in eine Behandlungs- und eine Placebo-Gruppe eingeteilt wurden. Die Behandlungsgruppe erhielt rund vier Jahre lang täglich ein Multivitamin-Präparat, das auch in Deutschland mit sehr großem Werbeaufwand vertrieben wird. Zu Beginn der Studie hatten die Teilnehmer keine Hinweise auf Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während der Studiendauer entwickelten über 1.000 Teilnehmer eine Krebs-  und knapp 900 eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das Ergebnis der Studie zeigte jedoch, dass die Gabe des Multivitamin-Präparates im Vergleich zu Placebo zu keiner Reduktion der Krebserkrankungen führte. Wurden einzelne Krebserkrankungen wie Brust- oder Darmkrebs separat angeschaut, waren auch hier keine Unterschiede zwischen der Vitamin- und der Placebo-Gruppe nachweisbar. Auch in der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Für die Experten sind diese Ergebnisse nicht überraschend, da es bereits in der Vergangenheit viele Zweifel an der Wirksamkeit von Vitaminpräparaten gab. Die aktuellen Ergebnisse werden aber keinen großen Einfluss auf das Konsumverhalten haben, da die Marketingaktivitäten der Hersteller weitergehen.

Die Leser dieser Kolumne aber wissen: Multivitamin-Präparate haben keine Wirkung auf Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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