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Hochverarbeitete Lebensmittel mit Suchtpotential

Vielleicht kennen Sie die Situation: Da liegt eine Tüte Chips auf dem Wohnzimmertisch, plötzlich ist sie leer und nur Sie waren im Raum… Kartoffelchips gehören zur Gruppe der hochverarbeiteten Lebensmittel, die in den letzten Jahren zunehmend Fläche in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte einnehmen. Vegane Fleischersatzprodukte gehören übrigens auch in diese Gruppe; sie werden nicht aus natürlichen Produkten sondern aus Extrakten hergestellt. Doch zurück zur Tüte Chips – warum ist sie oft so plötzlich leer?
Eine ganz aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt diese Beobachtung sehr gut. Viele dieser hochverarbeiteten Lebensmittel bestehen aus einer Mischung aus schnell verdaulichen Zuckern bzw. Kohlenhydraten und Fetten. So hat ein Schokoriegel von 100 g ca. 240 kcal aus Kohlenhydraten und 270 kcal aus Fetten. Das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Fett ist ca. 1:1. Dementsprechend besteht ein Stück Apfel aus 55 kcal Kohlenhydrat und 1,5 kcal Fett, hat somit ein entsprechendes Verhältnis von 36:1. Bei einem vergleichbaren Stück Lachs sind es 73 kcal aus Fett und 0 kcal von Kohlenhydraten. Es wird vermutet, dass das in unverarbeiteten Produkten nicht vorkommende und unnatürliche Kohlenhydrat-Fett-Verhältnis von 1:1 ein gewisses Suchtpotential hat. Diese so zusammengesetzten Nährstoffe werden dann im oberen Darmabschnitt, dem 12-Fingerdarm, aufgenommen und führen im Gehirn zu einer Dopaminausschüttung, vergleichbar zu Nikotin und Alkohol.
Diese Zusammenhänge erklären vermutlich das Kartoffelchips-Phänomen in Ihrem Wohnzimmer, denn hochverarbeitete Lebensmittel haben Suchtpotential.

Gearhardt AN, Bueno NB, DiFeliceantonio AG, Roberto CA, Jiménez-Murcia S, Fernandez-Aranda F. Social, clinical, and policy implications of ultra-processed food addiction. BMJ. 2023 Oct 9;383:e075354. doi: 10.1136/bmj-2023-075354. PMID: 37813420; PMCID: PMC10561019.

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