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Ärzte sind kein Rotwein

Nicht selten gibt es Ärzte, die noch im hohen Alter aktiv sind und Patienten behandeln. Betagte Ärzte haben auf der einen Seite einen sehr großen Erfahrungsschatz, auf der anderen Seite führen viele neue Forschungsergebnisse dazu, dass sich das medizinische Wissen andauert verändert. Doch gibt es zu dieser Fragestellung auch wissenschaftliche Studien?

Eine Arbeitsgruppe der berühmten Harvard Universität in Boston hat sich dieser Fragestellung gewidmet. Sie haben die Sterblichkeit von in Krankenhaus behandelter Patienten mit dem Alter der behandelnden Ärzte verglichen. In diese Studie wurden mehr als 750.000 Patienten und über 19.000 Ärzte eingeschlossen. Es zeigte sich, dass Patienten mit behandelnden Ärzten im Alter von 40-60 Jahren die geringste Sterblichkeit aufwiesen, in höherem Arztalter stieg die Todesrate deutlich an. Dieses Ergebnis blieb auch signifikant, wenn multiple statistische Korrektur-verfahren angewandt wurden.

Wie immer sind solche statistischen Untersuchungen nur beschreibend und können keine Ursachen aufdecken. Es könnte z.B. der Fall sein, dass sich jüngere Ärzte eher bei älteren Kollegen einen Rat holen, also im Team arbeiten. Auf der anderen Seite vermuten die Studienautoren, dass die Bereitschaft zur Fortbildung im jüngeren Alter höher  ist und somit neue Forschungsergebnisse schneller umgesetzt werden.

Diese Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass Ärzte kein Rotwein sind, der mit jedem Reifungsjahr umso besser wird.

Tsugawa Y, Newhouse JP, Zaslavsky AM, Blumenthal DM7, Jena AB. Physician age and outcomes in elderly patients in hospital in the US: observational study. BMJ. 2017 May 16;357:j1797. doi: 10.1136/bmj.j1797.

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