Rezept-Frei

Vitamin D ist keine Wunderpille

Kein Tag vergeht, ohne dass wir den Hinweis erhalten, dass wir speziell im Winter unseren Vitamin D-Spiegel durch Tabletten erhöhen sollten. Die Gründe für solche Empfehlungen basieren auf Beobachtungsstudien, bei denen erhöhte Vitamin D-Spiegel vor nahezu allen Erkrankungen schützen. Doch wie sieht es damit in Placebo-kontrollierten Studien aus, die ursächliche Zusammenhänge nachweisen?

Vor wenigen Tagen ist eine Studie erschienen, bei denen über 2.500 Personen in Finnland zufällig in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Während die Kontrollgruppe ein Placebo-Präparat erhielt, bekam eine Gruppe täglich 1.600 IU (IU = International Units), die andere 3.200 IU Vitamin D über einen Zeitraum von fünf Jahren. Finnland ist aufgrund der im Winter geringen Sonneneinstrahlung ein Risikoland für niedrige Vitamin D-Spiegel, denn das Vitamin können wir in unserer Haut selber herstellen. Ziel der Studie war es zu prüfen, ob die unterschiedlichen Mengen an Vitamin D in der Lage sind, die Häufigkeit von Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen zu beeinflussen. Ernüchterndes Ergebnis: Keine der untersuchten Erkrankungen konnte durch die Gabe von Vitamin D reduziert werden. Diese Ergebnisse decken sich mit anderen Placebo-kontrollierten Studien, die alle keinerlei Effekt für Vitamin D Kapseln gezeigt haben. Doch wie kann man die täglichen Positiv-Botschaften der Pharmaindustrie zum Allheilmittel Vitamin D einordnen? Deren Hinweise basieren auf Beobachtungsstudien und der Tatsache, dass Personen mit erhöhten Vitamin D-Spiegeln vermutlich häufiger draußen sind und durch das Sonnenlicht selbst mehr Vitamin D produzieren. Sie verhalten sich anders und bewegen sich mehr als Personen mit niedrigeren Vitamin D-Spiegeln, das heißt sie leben einfach gesünder und schützen sich somit vor vielen Erkrankungen.

Die neuen Ergebnisse zeigen also, dass Vitamin D keine Wunderpille ist, die uns Gesundheit und ein langes Leben gewährt.

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