Viele Paare wünschen sich Kinder, doch es klappt nicht! Meist wird begonnen, die Ursache bei der Frau zu suchen. Ein Risikofaktor kann im Übergewicht bzw. Adipositas liegen – nach einer Gewichtsabnahme kommt es dann zur Freude aller zum positiven Schwangerschaftstest! Dies wurde in den letzten Jahren sehr deutlich im Zusammenhang mit den Abnehmspritzen, die zu vielen gewünschten – aber manchmal auch zu ungewollten – Schwangerschaften geführt haben. Dieses Phänomen wurde in den Medien auch als „Ozempic-Baby“ tituliert. Doch spielt das Gewicht des Mannes bei Problemen mit der Schwangerschaft auch eine Rolle?
Eine ganz aktuelle Studie aus Dänemark hat über 1000 Männer im Alter von 18 Jahren untersucht. Neben einer Blut- und Samenprobe wurden BMI, aber auch der Körperfettanteil bestimmt. Das Ergebnis: Je höher der Körperfettanteil, umso geringer war die Samenzahl! Männer mit dem höchsten Körperfettanteil hatten im Mittel über 20% weniger Samen. Ausgehend von 30 bis 300 Mio. pro Samenerguss, entspricht dies in absoluten Zahlen ca. 100 Mio. weniger Spermien. Auch die Testosteronwerte nahmen mit dem Körperfettanteil ab. Diese Zusammenhänge zeigten sich hauptsächlich beim Körperfettanteil, der Zusammenhang mit dem BMI war weniger aussagefähig. Hintergrund dafür ist, dass es Menschen gibt, die außen schlank aussehen, also einen normalen BMI haben, aber die inneren Organe verfettet haben. Man spricht dann von den sogenannten TOFIs (Thin Outside Fat Inside).
Wenn es also beim Kinderwunsch nicht klappt, sollte der Blick nicht nur auf die Frau gerichtet werden. Vielleicht sollte auch der Mann Gewicht abnehmen.
Brix N, Ernst A, Gaml-Sørensen A, Arendt LH, Toft G, Tøttenborg SS, Hougaard KS, Bonde JPE, Ramlau-Hansen CH. Body fat percentage in relation to semen characteristics, testicular volume, and reproductive hormones: a cross-sectional study. Hum Reprod. 2026 Jul 29:deag104. doi: 10.1093/humrep/deag104. Epub ahead of print. PMID: 42526509.



