Parteiübergreifend wird seit Kurzem ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren gefordert. Aktuell werden die rechtlichen Aspekte sehr ausführlich diskutiert. Doch stellt sich die Frage, ob es für ein solches Verbot auch gesundheitliche Gründe gibt?
Eine ganz aktuelle Studie hat die Hypothese geprüft, ob bei Jugendlichen unter 16 Jahren eine zu starke Nutzung sozialer Medien depressive Beschwerden verstärken können. Dazu wurden Daten von über 2.100 Jugendlichen genutzt, die einen Fragebogen zweimal im Abstand von einem Jahr ausfüllen mussten. Wenn Jugendliche sehr häufig Soziale Medien nutzen, zeigte sich ein Jahr später signifikant häufiger eine Zunahme depressiver Beschwerden. Das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es zeigte sich, dass sich die Auswirkungen der Social-Media-Nutzung je nach Entwicklungsstadium unterscheiden: Bei 13-Jährigen war eine intensivere Nutzung mit stärkeren depressiven Symptomen verbunden, mit zunehmendem Alter schwächte sich dieser Zusammenhang allmählich ab. Im Alter von 16 Jahren war eine erhöhte Nutzungshäufigkeit nicht mehr mit einer Verschlimmerung der depressiven Beschwerden verbunden. Auch zeigten sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Bei Mädchen war eine höhere Anzahl an „Followern“ mit verstärkten depressiven Symptomen verbunden, wobei bei Jungen dieser Zusammenhang nicht nachweisbar war.
Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Social-Media-Verbot für Kinder auch medizinisch begründet werden kann.
Blanquer-Cortés M, Estévez E, Estévez-García JF, Lloret-Irles D. Effects of problematic social media use on depressive symptoms. Sci Rep. 2025 Dec 1;16(1):201. doi: 10.1038/s41598-025-29258-x. PMID: 41326538; PMCID: PMC12764767.



