Das olympische Motto „schneller, höher, stärker“ wurde 1894 von Pierre de Coubertin eingeführt, um die Athleten zu Höchstleistungen anzuspornen. Doch spielt dieses Motto nicht nur im Sport, sondern in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens eine wichtige Rolle und scheint fast eine Grundeinstellung zu sein. Doch wie sieht das bei Erkrankungen aus?
Die öffentliche Wahrnehmung von Erkrankungen basiert auf einem vergleichbaren Motto, denn nur ein Anstieg der Erkrankungszahlen oder eine Zunahme von Komplikationen wird wahrgenommen. So sind in den letzten Tagen zwei Arbeiten erschienen, auf die dieses Motto anzuwenden ist.
So wurde in einer aktuellen Analyse die Häufigkeit von Prädiabetes bzw. Typ-2-Diabetes bei Jugendlichen in den USA bestimmt. Nahezu jeder dritte Amerikaner im Alter von 10 bis 19 Jahren hat bereits einen auffälligen Nüchtern- oder Langzeitzucker. Aus anderen Studien ist belegt, dass über Jahre ein sehr hoher Prozentsatz dieser Jugendlichen mit einem Prädiabetes auch einen Typ-2-Diabetes entwickeln werden. Als wesentliche Ursache wurde in der Analyse ein zu hohes Gewicht identifiziert.
In einer anderen Analyse wurde die Sterblichkeit von Menschen in den USA untersucht, die adipös sind, d.h. einen BMI > 30 kg/m2 aufweisen. Im Vergleich zum Jahr 2020 hat sich die entsprechende Sterberate bis zum Jahr 2023 verdreifacht. Besonders betroffen waren Männer, die eine mehr als 50% höhere Sterblichkeit im Vergleich zu Frauen aufwiesen. Die Ursachen für das Versterben waren meist Herzinfarkte oder Bluthochdruck.
Auch wenn das olympische Motto überall eine wichtige Rolle spielt, so brauchen wir „schneller – höher – stärker“ nicht bei Erkrankungen.
Peprah Osei E. Prevalence and predictors of prediabetes/type 2 diabetes mellitus among adolescents in the United States: NHANES (2021-2023). PLOS Glob Public Health. 2026 Feb 25;6(2):e0005596. doi: 10.1371/journal.pgph.0005596. PMID: 41739753; PMCID: PMC12935269.



