Man unterscheidet beim Menschen zwischen Lerchen und Nachteulen. Während Lerchen früh wach und abends schnell müde sind, kommen Nachteulen schwer aus dem Bett und sind eher nachts aktiv. Jede dieser beiden Gruppen fühlt sich wohl, doch ist eine der beiden Lebensgewohnheiten gesundheitlich günstiger?
Dies hat eine aktuelle Studie untersucht, bei der von über 320.000 Teilnehmern einer britischen Beobachtungsstudie Lebensstilfaktoren und die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erfasst wurden. Die Forscher haben dann einen Lebensstil-Score entwickelt in den die vier Faktoren Ernährung, körperliche Aktivität, Nikotin- und Schlafverhalten einflossen. Zusätzlich wurden die Gesundheitsfaktoren Körpergewicht, Blutfette und Blutglukose sowie Blutdruck mitberücksichtigt. Da es sich um 8 Parameter handelt, wurde dieser Score auch „Life´s Essential 8 (LE8)“ genannt. Die typischen Nachteulen hatten einen signifikant schlechteren LE8 im Vergleich zu den Lerchen. In der Beobachtungszeit von fast 14 Jahren traten über 17.000 Herz-Kreislauf-Ereignisse auf. Auch hier waren die Nachteulen schlechter dran, denn sie hatten eine signifikant höhere Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen. Bei weiblichen Nacheulen waren diese ungünstigen Zusammenhänge deutlich stärker ausgeprägt. Jedoch scheint nicht primär der Tag-Nacht-Rhythmus die Ursache für das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko zu sein, sondern dass Nachteulen einfach ungesünder leben.
Kianersi S, Potts KS, Wang H, Sofer T, Noordam R, Rutter MK, Rexrode K, Redline S, Huang T. Chronotype, Life’s Essential 8, and Risk of Cardiovascular Disease: A Prospective Cohort Study in UK Biobank. J Am Heart Assoc. 2026 Feb 3;15(3):e044189. doi: 10.1161/JAHA.125.044189. Epub 2026 Jan 28. PMID: 41603783.



