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Marathon lässt das Gehirn schrumpfen

Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie fühlen sich einer Randgruppe zugehörig: Zu denen, die noch nie einen Marathon gelaufen sind. Diese magische Renndistanz von 42,195 km lockt jedes Jahr tausende Menschen auf die Straßen. Doch ist diese enorme Herausforderung auch gesund – zumal der erste Marathonläufer seine Leistung mit seinem Leben bezahlt hat?

Diese Frage wurde in einer ganz aktuellen Studie untersucht, bei der 10 Personen vor und 24 bis 48 Stunden nach einem Marathonlauf einer MRT-Untersuchung des Gehirns unterzogen wurden. Die Teilnehmer im Alter von 45 bis 73 Jahren waren gesund und sehr gut trainiert. Im Vergleich zu den Untersuchungen vor dem Marathonlauf zeigten die Teilnehmer danach eine deutlich geringere weiße Hirnsubstanz. Während es sich bei der grauen Hirnmasse vornehmlich um Nervenzellkörper handelt, besteht die weiße Substanz aus den Leitungsbahnen, die von den sogenannten Myelinscheiden ummantelt sind. Besonders betroffen von dem Rückgang der weißen Hirnsubstanz waren Bereiche im Gehirn, die mit der Motorik aber auch der Koordination in Zusammenhang gebracht werden. Die Forscher vermuten, dass die in den Myelinscheiden vorhandenen Fettreserven bei einem kritischen Zustand der Unterversorgung des Gehirns aufgebraucht werden. Aber keine Angst, diese Veränderungen waren nicht dauerhaft, denn nach zwei Wochen kam es wieder zu einer Zunahme der weißen Hirnsubstanz.

Diese Ergebnisse werden durch frühere Studien bestätigt, bei denen nach Marathonläufen zeitlich begrenzte verlangsamte Reaktionszeiten und Gedächtnisleistungen nachgewiesen wurden.

Wenn sich also jemand aus Ihrem Bekanntenkreis nach einem Marathonlauf komisch verhält, so wissen Sie, dass dies nichts Ungewöhnliches ist, denn ein Marathonlauf lässt das Gehirn – zumindest für eine gewisse Zeit – schrumpfen.


Ramos-Cabrer P, Cabrera-Zubizarreta A, Padro D, Matute-González M, Rodríguez-Antigüedad A, Matute C. Reversible reduction in brain myelin content upon marathon running. Nat Metab. 2025 Apr;7(4):697-703. doi: 10.1038/s42255-025-01244-7. Epub 2025 Mar 24. PMID: 40128612; PMCID: PMC12021653.

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