Viele Menschen haben Sorgen vor dem Altwerden, da es dann angeblich zwangsläufig körperlich und geistig bergab geht. Doch sind diese Sorgen berechtigt?
Eine gerade von der Yale Universität in den USA veröffentlichte Langzeitstudie hat nun die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bei über 11.000 Teilnehmern, die zu Beginn 50 Jahre oder älter waren, im Verlauf von 12 Jahren untersucht. Speziell haben sie geprüft, welchen Einfluss eine positive Einstellung zum Altern hat. Im Mittel waren die Teilnehmer zu Beginn der Studie 65 Jahre alt. Es zeigte sich, dass sich bei fast der Hälfte die geistigen und/oder körperlichen Funktionen im Beobachtungszeitraum nicht verschlechterten, sondern sogar verbesserten. Die körperliche Fitness nahm bei 28 % und die geistige Leistungsfähigkeit bei 32 % der Teilnehmer im Beobachtungszeitraum zu. Der wichtigste Faktor, der eine Verbesserung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten vorhersagte, war die Einstellung zum Altern zu Beginn der Studie. Dieses Ergebnis blieb auch bestehen, wenn für weitere Einflussfaktoren wie Bildung, chronische Erkrankungen oder Depressionen statistisch korrigiert wurde. Anders ausgedrückt: Ob Menschen eine niedrige oder hohe Bildung haben, erkrankt oder gesund sind – mit einer positiven Lebenseinstellung geht es ihnen im Alter geistig und körperlich besser als den „Miesepetern“. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine positive Einstellung zum Altern trainierbar sei und keineswegs als Schicksal angesehen werden muss.
Diese Ergebnisse bestätigen das Sprichwort, wonach man so alt ist, wie man sich fühlt.
Levy BR, Slade MD. Aging Redefined: Cognitive and Physical Improvement with Positive Age Beliefs. Geriatrics (Basel). 2026 Mar 4;11(2):28. doi: 10.3390/geriatrics11020028. PMID: 41873963; PMCID: PMC13010757.


