Wenn man Aussagen von Fußballspielern wie z.B. „Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!“ genauer betrachtet, stellt man sich die Frage, ob deren geistige Leistungsfähigkeiten schon immer etwas eingeschränkt waren oder ob vielleicht das Gehirn durch die vielen Kopfbälle einen Schaden abbekommen hat. Doch können Kopfbälle wirklich Schäden am Gehirn auslösen?
Zu dieser Frage ist ganz aktuell eine Studie aus den USA erschienen. Dazu wurden über 350 Amateurfußballer mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren eingeschlossen. Als Kontrollgruppe dienten knapp 80 Menschen aus Sportarten ohne entsprechende Belastungen des Kopfes. Von den Sportlern wurden dann MRT-Untersuchungen des Gehirns angefertigt. Das Ergebnis: Es zeigte sich, dass die Fußballer im Vergleich zu den anderen Sportlern häufiger sehr spezielle Hirnschäden aufwiesen. Es konnte sogar eine Dosis-Wirkungsbeziehung nachgewiesen werde: Je häufiger die Fußballer in den vergangenen Monaten Kopfbälle gestoßen haben, umso stärker waren die Hirnschäden. Neben den im MRT nachgewiesenen Hirnschäden konnten auch schlechtere Leistungen in Denk- und Gedächtnistests nachgewiesen werden. Wie lange diese geistigen Einschränkungen bestehen bleiben, konnte in der aktuellen Studie nicht geklärt werden.
Diese Daten bestätigen frühere Studien, nach denen Kopfbälle nicht so ganz unproblematisch sind. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) empfiehlt deshalb, dass bei Kindern leichtere Bälle für das Kopfballtraining genutzt werden sollten. Wenn es in Interviews von Fußballspieler zu wirren Aussagen kommt, sollte man immer daran denken: Kopfbälle schädigen das Hirn!
DeMessie B, Stewart WF, Lipton RB, Kim M, Ye K, Zimmerman ME, Kaminski TW, Fleysher R, Lipton ML. Soccer Heading Exposure-Dependent Microstructural Injury at Depths of Sulci in Adult Amateur Players. Neurology. 2025 Oct 7;105(7):e214034. doi: 10.1212/WNL.0000000000214034. Epub 2025 Sep 17. PMID: 40961419; PMCID: PMC12443223.
Lipton ML, Kim N, Zimmerman ME, Kim M, Stewart WF, Branch CA, Lipton RB. Soccer heading is associated with white matter microstructural and cognitive abnormalities. Radiology. 2013 Sep;268(3):850-7. doi: 10.1148/radiol.13130545. Epub 2013 Jun 11. PMID: 23757503; PMCID: PMC3750422..



