Wer kennt es nicht aus dem familiären Umfeld oder aus dem Bekanntenkreis: Aus völliger Gesundheit tritt ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall auf! Doch ist das ein Schicksalsschlag oder lassen sich solche Ereignisse vorhersagen? Dieser Frage haben sich ganz aktuell Wissenschaftler aus Korea und den USA gewidmet. Dazu nutzten sie Gesundheitsdatenbanken aus beiden Ländern mit fast 10 Mio. Patientenverläufen. Sie gingen der Frage nach, wie häufig bei Personen mit Herzinfarkt oder Schlaganfall einer der traditionellen Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen auffällig war. Diese bestehen aus erhöhte Blutdruck-, Cholesterin- oder Blutzuckerwerten, sowie einem aktuellen oder früheren Tabakkonsum. In über 99% der Fälle, sowohl bei den Patienten mit Herzinfarkt als auch Schlaganfall, war mindestens einer dieser Werte auffällig. In mehr als 93% der Fälle waren mindestens zwei dieser Risikofaktoren nachweisbar. Auch für das Auftreten einer Herzschwäche konnten ähnlich hohe Prozentsätze dieser Risiken aufgezeigt werden. Auch wenn die Grenzwerte für erhöhte Blutdruck- oder Cholesterinwerte weniger streng gefasst wurden, hatten weiterhin 90% der Personen mit Herzinfarkt oder Schlaganfall einen dieser vier Warnhinweise. Zwischen den Patienten aus Korea und den USA gab es keine wesentlichen Unterschiede.
Die Autoren fordern, dass zur Verhinderung von solchen Herz-Kreislaufereignissen die traditionellen Risikofaktoren wesentlich konsequenter erfasst und behandelt werden sollten. Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass es einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aus völliger Gesundheit nicht gibt!
Welche Werte sich lohnen, gecheckt zu werden und wie das funktioniert, finden Sie unter „Check-Up Untersuchung“ hier: www.vkkd-wdgz.de
Lee H, Huang X, Khan SS, Son D, Lee HH, Kim EJ, Lloyd-Jones DM, Kim HC, Greenland P. Very High Prevalence of Nonoptimally Controlled Traditional Risk Factors at the Onset of Cardiovascular Disease. J Am Coll Cardiol. 2025 Oct 7;86(14):1017-1029. doi: 10.1016/j.jacc.2025.07.014. PMID: 41033739



