Die Fußballweltmeisterschaft der Männer beherrscht alle vier Jahre das tägliche Leben. Auch Menschen, die sich sonst für Fußball weniger interessieren, werden durch die Massenhysterie angesteckt. Jedoch ist bekannt, dass viele Fußballer nach der aktiven Karriere nicht unbedingt gesund sind, denn der Körper hat keine Erinnerung an vergangene sportliche Zeiten. Kürzlich konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen in Abhängigkeit der Häufigkeit von Kopfbällen Hirnschäden und eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. Doch sind die Kopfbälle wirklich für diese Veränderungen verantwortlich?
In einer ganz aktuellen Studie hat man diese Frage sehr genau untersucht. Bei fast 400 männlichen Fußballspielern aus Amateurligen hat man vor Fußballspielen, dann direkt danach sowie 24 Stunden später Blutproben abgenommen. Während der Fußballspiele wurde die Kopfballhäufigkeit erfasst. In den Blutproben wurden spezielle Marker bestimmt, die akute Schäden des Gehirns anzeigen. Die Ergebnisse zeigen, dass im Vergleich zu Spielern, die keinen Ballkontakt mit dem Kopf hatten, die mit Kopfbällen erhöhte Hirnschädigungsmarker im Blut aufwiesen. Wenn die Anzahl, aber auch die Härte der Kopfbälle mit den Blutparametern in Zusammenhang gebracht wurden, so gab es statistische Korrelationen: Je häufiger und je härter, umso höher waren nach den Spielen die Blutmarker für Hirnschäden. Nach 24 Stunden kam es aber wieder zu einem Absinken der Schädigungsmarker.
Diese und andere Ergebnisse sollten zum Anlass genommen zu werden, Kopfbälle speziell bei Kindern und Jugendlichen zu überdenken, denn Fußball ist nicht gut fürs Hirn.
Hoppen MI, Königs M, Teunissen CE, Verberk IMW, Twisk J, Oosterlaan J, Vijverberg EGB. Amateur Soccer Heading and Acute Elevations in Blood-Based p-Tau217 and S100B. JAMA Neurol. 2026 May 18:e261224. doi: 10.1001/jamaneurol.2026.1224. Epub ahead of print. PMID: 42149575; PMCID: PMC13184805.



