Auch Filme können verführen

Auch Filme können verführen

23. Dezember 2020 by Prof. Dr. Martin0
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Aufgrund der steigenden Rate an Übergewicht und Fettsucht wurden in Großbritannien und weltweit in weiteren 16 Ländern Fernsehwerbung für ungesunde Produkte eingeschränkt. Dies wurde eingeführt, da es in wissenschaftlichen Untersuchungen Hinweise gegeben hat, dass es zwischen solcher Werbung und dem vermehrten Konsum dieser Produkte enge Zusammenhänge gibt. Wenn es die nicht gäbe, würde die Nahrungsmittelindustrie sicher auch nicht in solche Maßnahmen investieren. Doch ist es die Fernsehwerbung alleine oder wie sieht es mit der Ernährung in Filmen aus?

Eine amerikanische Forschergruppe hat nun geprüft, wie es um die Ernährung in amerikanischen Fernsehfilmen aussieht. Dazu haben sie sich 250 Filme angeschaut, die in den Jahren von 1994 bis 2018 produziert wurden. In diesen wurden ca. 9.200 Lebensmittel und über 5.700 Getränke, Snacks oder Süßigkeiten konsumiert. Diese Nahrungsmittel wurden dann mit einem speziellen Ernährungs-Score bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass 73 Prozent der Mahlzeiten in den Filmen eher ungesund waren. Insbesondere wiesen die Nahrungsmittel in 45 Prozent zu niedrige Ballaststoffe und in 18 Prozent einen zu hohen Zuckergehalt auf. Bei den konsumierten Getränken lag der Alkoholkonsum deutlich über den empfohlenen Mengen.

Ob das Verbot von Fernsehwerbung für ungesunde Produkte etwas bringt, ist bisher unklar. Wenn Sie in den nächsten Tagen und Wochen vermehrt Fernsehfilme konsumieren, sollten Sie aber wissen: Auch Filme können verführen!

Da es sich um das letzte rezept-frei in 2020 handelt, wünsche ich allen Lesern gesegnete Weihnachten und ein besseres Jahr 2021, als es das vergangene Jahr für uns alle war… und bleiben Sie gesund!

Turnwald BP, Handley-Miner IJ, Samuels NA, Markus HR, Crum AJ. Nutritional Analysis of Foods and Beverages Depicted in Top-Grossing US Movies, 1994-2018. JAMA Intern Med. 2020 Nov 23:e205421. doi: 10.1001/jamainternmed.2020.5421. Epub ahead of print. PMID: 33226424; PMCID: PMC7684525.  

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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