Nicht immer ist Stille gut

Nicht immer ist Stille gut

25. August 2020 by Prof. Dr. Martin0
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In vielen Kulturen ist die Nahrungsaufnahme ein soziales Ereignis und wird mit verschie­denen Gängen zelebriert. Anregende Gespräche und nicht zuletzt eine gute Musik spielen eine wich­tige Rolle. Jedoch ähnelt in der westlichen Welt das Essen eher dem Tanken eines Autos mit Benzin. Ohne Zeit zu verlieren, wird die Nahrung schnell aufgenommen. Gleichzeitig ist bekannt, dass das Sättigungsgefühl bei schnellem Essen später auftritt, wenn schon deutlich mehr Nahrung aufgenommen ist.

Eine aktuelle Studie hat nun den Einfluss von Musik auf das Essverhalten untersucht. Über 130 Männer und Frauen mit einem mittleren Alter von knapp 34 Jahren erhielten bei unter­schiedlichen Mahlzeiten auf den Kopfhörer unterschiedlich schnelle Musik oder als Kontrolle komplette Stille eingespielt. Die Ergebnisse ergaben, dass die Teilnehmer bei einem geringen Musiktempo am langsamsten aßen. Bei schnellerer Musik war die Nahrungsaufnahme deutlich beschleunigt. Am schnellsten aßen die Personen bei kompletter Stille.

Diese Daten zeigen, dass Personen, die abnehmen wollen, nicht nur an der Nahrung, sondern auch an der Art und Weise des Essens arbeiten sollten. Zusätzlich zeigt sich, dass Stille nicht immer gut ist!

Mathiesen SL, Mielby LA, Byrne DV, Wang QJ. Music to eat by: A systematic investigation of the relative importance of tempo and articulation on eating time [published online ahead of print, 2020 Jul 16]. Appetite. 2020;104801. doi:10.1016/j.appet.2020.104801

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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