Feinstaubreduktion auf einfache Weise

Feinstaubreduktion auf einfache Weise

1. August 2020 by Prof. Dr. Martin0
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Die „Friday for Future“-Bewegung setzt sich vehement für eine drastische Reduktion der Feinstaubbelastung ein. Ganz im Fokus ist dabei der Autoverkehr, der nach Ansicht dieser Bewegung so stark wie möglich reduziert werden sollte. Doch es gibt eine Quelle für Feinstaub, die für die Betroffenen schneller zu beheben ist, als das Autofahren zu verbieten: das Rauchen. Bereits im Jahr 2004 wurde von einer italienischen Forschergruppe berechnet, dass die ca. 70 Mrd. in Deutschland jährlich gerauchten Zigaretten eine Feinstaubbelastung erzeugen, die neun Mio. Dieselfahrzeugen entspricht, wobei diese rund um die Uhr laufen müssten. Eine ganz aktuelle Studie unterstreicht noch einmal die Gefährlichkeit von Rauchen: 50 % der Personen, die im Alter von 50 Jahren und jünger einen Herzinfarkt erlitten haben, waren Raucher. Wenn man es schafft, das Rauchen nach dem Herzinfarkt aufzugeben, sinkt das Sterberisiko im Vergleich zu den weiter Rauchenden um 50 %. Warum das Rauchen als Umweltbelastung bei der „Fridays for Future“-Bewegung keine Rolle spielt, ist rätselhaft. Denn den führenden Frauen dieser Bewegung in Deutschland sollte mit Blick auf  ihre Familiengeschichte der Reemtsma-Zigarettenfabrikanten eine kritische Betrachtung der Umwelt- und Gesundheitsschäden durch das Rauchen naheliegen. Wer aufhört zu rauchen, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern senkt auf einfache Weise die Feinstaubbelastung.

Invernizzi G, Ruprecht A, Mazza R, et al. Particulate matter from tobacco versus diesel car exhaust: an educational perspective. Tob Control. 2004;13(3):219-221. doi:10.1136/tc.2003.005975 Biery DW, Berman AN, Singh A, et al. Association of Smoking Cessation and Survival Among Young Adults With Myocardial Infarction in the Partners YOUNG-MI Registry. JAMA Netw Open. 2020;3(7):e209649. Published 2020 Jul 1. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.9649

 

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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