Inaktivität kann tödlich sein

Inaktivität kann tödlich sein

18. Juli 2020 by Prof. Dr. Martin0
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Würde man behaupten, über mehrere Wochen sich nicht geduscht zu haben, da man dazu beim besten Willen keine Zeit gehabt hätte, wären die Reaktionen der Umwelt eindeutig. Ein Statement, dass man Jahre keinen Sport hat betreiben können, da man beruflich so eingespannt ist, führt bei weitem nicht zu vergleichbaren Reaktionen. In einem weltweiten Vergleich der körperlichen Inaktivität erreichten daher Männer in Deutschland auch nur Platz fünf, aber nicht von oben, sondern von unten: nur in vier Ländern wie u.a. Kuweit und Saudi-Arabien bewegten sich Männer noch weniger! Eine aktuelle Studie zeigt nun die Auswirkungen von fehlender körperlicher Aktivität. Dazu nutzte eine englische Forschergruppe die Daten aus 168 Ländern. Es wurde geprüft, inwieweit körperliche Aktivität vor einem vorzeitigen Versterben schützen kann. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 15 Prozent der Todesfälle reduziert bzw. jährlich weltweit 3,9 Mio. Leben bewahrt werden könnten, wenn man sich stärker bewegen würde.  Das Ausmaß der körperlichen Inaktivität wird wahrscheinlich noch schlimmer, denn die seit einem Jahr zugelassenen E-Scooter verführen dazu, dass auch noch die letzten Schritte durch Elektromobilität ersetzt werden. Wann immer Sie einen E-Scooter ausleihen, den Aufzug nutzen oder für kurze Strecken das Auto nutzen, denken Sie immer daran: Inaktivität kann tödlich sein!

Strain T, Brage S, Sharp SJ, et al. Use of the prevented fraction for the population to determine deaths averted by existing prevalence of physical activity: a descriptive study. Lancet Glob Health. 2020;8(7):e920-e930. doi:10.1016/S2214-109X(20)30211-4

 

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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