Gene sind Geschmackssache

Gene sind Geschmackssache

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Geschmäcke sind unterschiedlich, die einen mögen es gerne herzhaft, die anderen eher süß! Doch woher kommt das? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen gehen davon aus, dass der Geschmack antrainiert ist. Andere wiederum sehen in den Genen eine wesentliche Ursache. Doch was sagt die Wissenschaft?

In einer ganz aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Gene von über 165.000 Japanern mit deren Geschmacksvorlieben in Zusammenhang gebracht. Neben Alkohol wurde u.a. auch der Konsum von Kaffee, grünem Tee, Milch, Joghurt oder Fisch berücksichtigt. Mit diesem Vorgehen wurden zwei bekannte Gene gefunden, für die schon bekannt war, dass sie im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum stehen. Die größte Zahl an Genen wurde für Kaffeekonsum gefunden. Diese „Kaffee-Gene“ standen eng mit Lebererkrankungen im Zusammenhang. Dies ist besonders interessant, da andere Studien gezeigt haben, dass häufiger Kaffeekonsum anscheinend vor Lebererkrankungen schützt.

Diese Ergebnisse zeigen nur prinzipiell, dass Gene auch bei den Essensvorlieben eine Rolle spielen. Es ist nicht möglich, für den Einzelnen ein genetisches Geschmacksprofil zu erstellen. Auf der anderen Seite ist auch bekannt, dass Gene kein Schicksal sind und Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Jeder kennt Beispiele, wie sich seine Vorlieben über die Jahre geändert haben. Somit kann man feststellen, dass Gene Geschmackssache sind!  

Matoba N, Akiyama M, Ishigaki K, et al. GWAS of 165,084 Japanese individuals identified nine loci associated with dietary habits. Nat Hum Behav. 2020;4(3):308316. doi:10.1038/s41562-019-0805-1

 

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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