Auch Fernsehen kann tödlich sein

Auch Fernsehen kann tödlich sein

4. April 2020 by Prof. Dr. Martin0
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In der aktuellen Situation werden die Gefahren der Quarantäne sehr intensiv diskutiert. Durch die Vereinsamung gibt es Sorgen um Depressionen, aber auch die Fälle häuslicher Gewalt stehen im FoKus. Eine ganz andere Gefahr droht durch ein Medium, dem man das eigentlich nicht zutraut: das Fernsehen!

Nicht nur im, sondern auch durch das Fernsehen können Menschen zu Tode kommen, wie eine Studie aus den USA belegt. Im Rahmen der Jackson Heart Study wurden über 3.500 Personen mit einem afroamerikanischen Hintergrund nach ihrem Fernseh- und Bewegungsverhalten befragt und dann über acht Jahre nachbeobachtet. Personen, die mehr als vier Stunden pro Tag vor dem Fernseher saßen, hatten ein 50 Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden bzw. daran zu versterben, als Personen mit einem Fernsehkonsum von weniger als zwei Stunden täglich. Parallel wurde das Sitzen bei der Arbeit untersucht, hier ergab sich kein entsprechender Zusammenhang zwischen der Dauer des Sitzens und den Herz-Kreislauf-Ereignissen. Personen mit einem hohen Fernsehkonsum, die sich aber regelmäßig bewegten, hatten hingegen kein erhöhtes Risiko.

Warum das Fernsehen so viel gefährlicher ist als das Sitzen bei der Arbeit ist völlig unklar. Möglicherweise liegt es daran, dass beim Fernsehen der eine oder andere Snack zusätzlich aufgenommen wird. Damit in der Quarantäne nicht mehr Personen sterben als durch COVID-19, sollte man den Fernsehkonsum zugunsten körperlicher Aktivität einschränken.

Wenn Sie die „Kiste“ anstellen, denken Sie immer daran: Auch Fernsehen kann tödlich sein.

Garcia JM, Duran AT, Schwartz JE, et al. Types of Sedentary Behavior and Risk of Cardiovascular Events and Mortality in Blacks: The Jackson Heart Study. J Am Heart Assoc. 2019;8(13):e010406. doi:10.1161/JAHA.118.010406

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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