Unter- und Übergewicht in den ärmsten Ländern der Welt

Unter- und Übergewicht in den ärmsten Ländern der Welt

25. Dezember 2019 by Prof. Dr. Martin0
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Weihnachten ist das Fest, bei dem auch an Menschen gedacht wird, denen es nicht so gut geht. Den meisten von uns fallen dann Bilder von unterernährten Menschen ein, denen es an den notwendigsten Grundnahrungsmitteln fehlt. Eine ganze Serie von Studien, die Anfang der Woche in der renommierten Zeitschrift Lancet veröffentlicht wurde, zeigt aber ein etwas anderes Bild. Die Studien beschreiben, dass die ärmsten Länder mit zwei ganz unterschiedlichen Fehlernährungen konfrontiert werden: Unter- und Übergewicht. Laut diesen Studien sind bereits 45 Länder, speziell in Asien und Afrika, von dieser Doppelentwicklung betroffen. Die Ursachen dafür sind zum einen in einer verbesserten Versorgung durch Nahrungsmittel zu sehen. Bei der Entwicklung des Übergewichts spielen industriell verarbeitete Lebensmittel, aber auch zuckerhaltige Softdrinks eine wichtige Rolle.Parallel kommt es auch in diesen Ländern zu einer Reduktion der körperlichen Aktivität. Smartphone und Satellitenschüssel gehören in diesen Ländern bei immer breiteren Bevölkerungsgruppen zum täglichen Leben.

Diese Entwicklung stellt die Weltgesundheitsorganisation vor nahezu unlösbare Probleme. Wie soll man Menschen, die vor kurzem noch gegen den Hunger gekämpft haben, zum Fasten bringen?

Man löst ein Problem und produziert ein neues. Vielleicht zeigt uns dies, dass wir Menschen nicht alles steuern und regeln können. Wir sind halt in der Hand von dem, dessen Geburt wir in dieser Woche feiern!

 

 

Dynamics of the double burden of malnutrition and the changing nutrition reality. Popkin BM, Corvalan C, Grummer-Strawn LM. Lancet. 2019 Dec 13. pii: S0140-6736(19)32497-3. doi: 10.1016/S0140-6736(19)32497-3.

 

 

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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