Öffentliche Aufklärung unerwünscht

Öffentliche Aufklärung unerwünscht

18. November 2019 by Prof. Dr. Martin0
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In dieser seit vielen Jahren regelmäßig erscheinenden Kolumne wurde immer wieder auf die gesundheitsgefährdende Rolle der Lebensmittelindustrie hingewiesen. So wurde in Artikeln u.a. über die ungünstige Wirkung von Fertigprodukten, die Gefahren durch versteckte Zucker oder die Gesundheitsbedenken bei Light-Produkten berichtet. Immer wieder wird die Frage gestellt, ob es auf diese kritischen Artikel irgendwelche Reaktionen von der Lebensmittelindustrie gibt. Bisher war Fehlanzeige, so dass man fast davon ausgehen musste, dass die Artikel nicht gelesen werden. Doch das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Der Versuch, mit einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender im Rahmen eines Einkaufs über gesunde und ungesunde Lebensmittel zu berichten, wurde von allen im Großraum Düsseldorf angefragten Supermärkten abgelehnt. Auch mit „Essthetik“ oder mit „Gourmet Festival“ werbende Läden haben dies abgelehnt. Doch was sind die Ängste hinter solchen Ablehnungen? Hat man Sorge, dass man ungesunde Produkte klar beim Namen nennt? Vielleicht wird Rezeptfrei doch häufiger gelesen als gedacht, so dass die fehlende Drehgenehmigung eher als Ritterschlag für kritische Berichterstattung gesehen werden muss!

Lassen Sie sich jedoch nicht davon abbringen, weiterhin gesundheitsbewusst einzukaufen. Gerade dann nicht, wenn eine die öffentliche Aufklärung darüber unerwünscht zu sein scheint.

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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