Der Ton macht die Musik

Der Ton macht die Musik

18. Oktober 2019 by Prof. Dr. Martin0
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Eltern von Kindern kennen das Phänomen, man bittet den Nachwuchs eindringlich, eine Aufgabe zu erledigen und …. es passiert nichts. Kommt nun die identische Aufforderung von einer dritten Person, wird sie umgehend erledigt. Sofort fragt man sich, ob es sich hierbei um eine pubertäre Provokation handelt oder ob andere Faktoren da eine Rolle spielen. Dies haben nun Psychologen systematisch untersucht und geprüft, ob der Tonfall der Stimme einen Einfluss hat.

Dazu haben sie 514 Mädchen und 486 Jungen im Alter von 14-15 Jahren zufällig drei Gruppen zugeteilt. Jede Gruppe erhielt Tonaufnahmen von 30 Aufforderungen von Müttern. Die Worte in den Tonaufzeichnungen waren komplett identisch, jedoch unterschieden sie sich im Tonfall. Eine Gruppe erhielt die Aufforderungen in einem neutralen, die beiden anderen in einem entweder sehr fordernden oder einem die Selbstständigkeit fördernden Tonfall vorgespielt. Anschließend mussten die Jugendlichen in Fragebögen bewerten, welche Gefühle die Aufforderungen der Mütter bei ihnen ausgelöst haben. Wie zu erwarten kam die fordernde Tonlage deutlich schlechter im Vergleich zu der Selbstständigkeit fördernden oder neutralen Tonlage an.

Eltern seien daher daran erinnert, dass wohl auch im häuslichen Miteinander „der Ton die Musik macht“.

 

Dev Psychol. 2019 Sep 26. doi: 10.1037/dev0000827. [Epub ahead of print] Listen to your mother: Motivating tones of voice predict adolescents‘ reactions to mothers. Weinstein N, Vansteenkiste M, Paulmann S..

 

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


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