Auf Hoffnung hin erlöst

Auf Hoffnung hin erlöst

8. Februar 2019 by Prof. Dr. Martin1
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In der letzten Woche hat der Bundesgesundheitsminister für etwas Aufregung mit seinen Ansichten über die Entwicklung von Krebserkrankungen gesorgt. In einem Interview sah er gute Chancen, dass wir in zehn bis 20 Jahren den Krebs besiegt hätten. Seiner Ansicht nach sei der medizinische Fortschritt immens und die Forschung vielversprechend. Doch gibt es wissenschaftliche Daten, die zeigen, dass Krebserkrankungen abnehmen?

Vor wenigen Tagen ist eine große US amerikanische Studie veröffentlicht worden, die sich die Krebsentwicklung in Abhängigkeit des Geburtsjahres angeschaut hat. Dazu wurden über 14 Mio. Krebsfälle aus den Jahren 1995 bis 2014 untersucht. Es zeigte sich, dass u.a. Darm-, Gebärmutter-, Gallenbasen-, Bauchspeicheldrüsen und Nierenkrebs bei den jüngeren Jahrgängen stärker angestiegen sind. Im Vergleich zu Personen, die um das Jahr 1950 geboren sind, lag das Risiko für Nierenkrebs bei Personen mit Geburtsdatum um 1985 fast 5-fach erhöht. Für diese angestiegenen Krebsformen ist bekannt, dass sie häufiger bei Personen mit Übergewicht auftreten. Krebsformen, die mit dem Zigarettenrauchen in Zusammenhang gebracht werden, sind in den jüngeren Generationen eher abgefallen.

Aufgrund der auch in der jüngeren Generation dramatischen Gewichtzunahmen ist es daher eher unwahrscheinlich, dass wir in 10-20 Jahren Krebserkrankungen besiegt haben. Doch wie schon Paulus in seinem Brief an die Römer schreibt sind wir „auf Hoffnung hin erlöst“ (Röm 8, 24).

Emerging cancer trends among young adults in the USA: analysis of a population-based cancer registry Hyuna Sung, PhD Rebecca L Siegel, MPH Philip S Rosenberg, PhD Ahmedin Jemal, PhD The Lancet Public Health Published:February 03, 2019 DOI:https://doi.org/10.1016/S2468-2667(18)30267-6

Prof. Dr. Martin

Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ) in Düsseldorf


One comment

  • Guido

    9. Februar 2019 at 12:04

    Die Politik charmant auf den Topf gesetzt – wären Sie Gesundheitsminister, der Republik bliebe einiges an Leid erspart.

    Reply

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